Patrizia erhält Zuschlag im Bieterverfahren um die 21.000 LBBW Immobilien
Ein von der Patrizia Immobilien AG geführtes Investorenkonsortium hat im Bieterverfahren den Zuschlag für den Erwerb der 21.000 Wohnungen der LBBW Immobilien GmbH erhalten. Der Kaufpreis beträgt 1,435 Milliarden Euro. Damit erhöht sich das von der Patrizia verantwortete Immobilienvermögen auf annähernd sieben Milliarden Euro.
Das von der Patrizia geführte Konsortium besteht aus einer Gruppe von großen deutschen und internationalen Versicherungen, Pensionskassen und berufsständischen Versorgungswerken. „Für diese langfristig orientierten Investoren agieren wir als Investment- und Asset-Manager. Wir werden jährlich 25 Millionen Euro in Wartung und Instandhaltung investieren, um die Qualität der Wohnungen zu sichern“, sagt Wolfgang Egger, Vorstandsvorsitzender der Patrizia Immobilien AG. Die Patrizia sei nicht nur Dienstleister, sondern auch Co-Investor und mit einem Eigenkapital von 15 Millionen Euro am Konsortium beteiligt.
Nach Angaben des Unternehmens wird eine Verschmelzung der LBBW Immobilien GmbH mit der Patrizia ausdrücklich ausgeschlossen. Die LBBW Immobilien GmbH soll weiterhin als eigenständiges Unternehmen mit eigenen Mitarbeitern am Markt auftreten und die Geschäftspolitik der vergangenen Jahre weiterführen. „Eine Abschmelzung und Aufteilung des Portfolios ist nicht Auftrag und Strategie des von der Patrizia geführten Konsortiums. Die vertraglich vereinbarte Sozialcharta wird in vollem Umfang umgesetzt“, so Egger.
Die LBBW musste sich von dem Bestand im Zuge einer von der EU verordneten Schrumpfkur trennen. Im Gegenzug durfte die während der Finanzkrise in Schieflage geratene LBBW milliardenschwere Hilfen aus Steuergeld annehmen.
Branchenexperten bewerten den Deal als größte Transaktion auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt seit Mitte 2008. Nicht zum Zuge gekommen ist das aus fünf Mitgliedern bestehende sogenannte Baden-Württemberg-Konsortium rund um die Stuttgarter GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG und die Stadt Stuttgart. Experten kritisieren die Entscheidung für den privaten Investor als gegen die Interessen der Mieter gerichtet. Mieterhöhungen und zu geringe Investitionen in Sanierung und Instandhaltung seien zu befürchten.





