Altengerechter Umbau: Beträchtlicher Investitionsbedarf
Von derzeit elf Millionen Seniorenhaushalten wohnen lediglich 570.000 in Wohnungen, die als barrierearm eingestuft werden können.
Der altersgerechte Umbau des Wohnungsbestandes ist eine der zentralen Herausforderungen für Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Zu diesem Ergebnis kommt die KfW Bankengruppe in ihrer Publikationsreihe KfW-Research. Soll für jeden körperlich eingeschränkten älteren Menschen barrierearmer Wohnraum geschaffen werden, müssen nach Schätzung des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe bis zum Jahr 2020 etwa 2,5 Millionen zusätzliche Wohnungen, inklusive der Wohngebäude und des Wohnumfelds, altersgerecht umgerüstet werden. Der bis zum Jahr 2020 dafür insgesamt erforderliche Investitionsbedarf wird auf 39 Milliarden Euro geschätzt.
KfW-Programm Altersgerecht Umbauen findet breite Akzeptanz
Seit April 2009 bietet die KfW Bankengruppe im Programm Altersgerecht Umbauen aus Bundesmitteln zinsverbilligte Darlehen an. Seit Mai 2010 können private Wohnungseigentümer und Mieter alternativ auch ein Zuschussprogramm nutzen. Vom Programmstart bis Ende Juni 2011 hat die KfW Bankengruppe in den Programmvarianten 7.660 Förderkredite in Höhe von 570 Millionen Euro und 6.357 Zuschüsse in Höhe von 6,2 Millionen Euro zugesagt. Damit wurden altersgerechte Umbaumaßnahmen in rund 52.900 Wohneinheiten finanziert.
Der größte Teil der Wohneinheiten, in denen altersgerechte Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden, entfiel mit einem Anteil von 43 Prozent auf private Eigentümer (Selbstnutzer und Vermieter). 30 Prozent befanden sich im Eigentum von Wohnungsunternehmen und 25 Prozent in jenem von Wohnungsgenossenschaften. Der Wohnungsbestand von Wohnungsunternehmen und Genossenschaften macht zusammen etwa ein Viertel des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland aus. Gemessen an ihrem Anteil am Wohnungsbestand haben Wohnungsunternehmen und Genossenschaften das Programm somit deutlich stärker als private Haushalte in Anspruch genommen. Dagegen lag das je Wohneinheit aufgenommene Kreditvolumen bei privaten Haushalten mit 19.100 Euro deutlich höher als bei Wohnungsunternehmen (11.100 Euro) und Genossenschaften (6.600 Euro).




