Soziale Spaltung der Städte – Wohnungswirtschaft am Scheideweg?
Die soziale Ungleichheit in Deutschland nimmt zu. Das Land ist reich, nicht arm. Aber der Reichtum wird immer ungerechter verteilt. Dadurch vergrößert sich auch die Finanznot der öffentlichen Hand. Das hat Auswirkungen für den Zusammenhalt der Gesellschaft, aber auch für die Volkswirtschaft.
Deutschland ist reich, hat ein immenses Produktivitätsniveau und enorme Exportüberschüsse, wird dank seiner Innovationskraft weltweit bewundert. Soweit die gute Nachricht. Sie steht in Kontrast zu zwei schlechten Nachrichten: Die Staatsverschuldung hat Ende 2010 ein Niveau von 2.000 Milliarden Euro erreicht, und der aufgehäufte private Reichtum kommt nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung an.
Soziale Polarisierung und Sparen an der falschen Stelle verschlechtert die Rahmenbedingungen für wohnungswirtschaftliches Handeln. Kürzungen zum Beispiel an der Städtebauförderung mit ihrem investiven Multiplikatoreffekt oder an der staatlichen Unterstützung für den dringend notwendigen altersgerechten Umbau des Wohnungsbestandes, würgen die Rahmenbedingungen für effektives Wirtschaften ab.
In vielerlei Hinsicht steht die Wohnungswirtschaft am Scheideweg zwischen wirtschaftlich tragbarem Handeln und sozialen Zielsetzungen. Beides muss auch zukünftig als Einheit möglich sein.
Der Zusammenhang von Politik, Ökonomie und Armutsentwicklung wird in der Dezember Ausgabe der DW im Thema des Monats „Armut und Segregation“ genauer beleuchtet.




